Brautkleid selber nähen? Vom Stoff über Schnittmuster zum selbstgenähten Hochzeitskleid

Brautkleid selber nähen? Vom Stoff über Schnittmuster zum selbstgenähten Hochzeitskleid

Ein gekauftes Brautkleid kostet im Schnitt 1.200 bis 2.500 Euro, das Material für ein selbst genähtes 100 bis 800 Euro. Das Hochzeitskleid soll ausgefallen, aber auch elegant sein, Deine Persönlichkeit unterstreichen und den Gästen sofort ins Auge fallen.

Aber leider sind Brautkleider relativ teuer, gerade wenn es sich um aufwändigere Kleider handelt, kannst Du schnell mehrere Tausend Euro hinblättern.
Wenn Du aber nicht viel Geld ausgeben willst und trotzdem ein Brautkleid ganz nach Deinem Typ und Deinem Geschmack möchtest, dann kannst Du das Hochzeitskleid auch selbst nähen. Wenn Du viel Geschick beim Nähen hast oder Dir die Zeit nimmst, Dir dabei helfen zu lassen, musst Du auf ein luxuriöses Hochzeitskleid trotz eines schmalen Budgets nicht verzichten.

Das Brautkleid ganz nach Deinem Geschmack

Der größte Vorteil des Selbermachens ist wahrscheinlich, dass Du das Brautkleid ganz nach Deinem Geschmack verwirklichen kannst – vom Stoff über den Schnitt, bis hin zur perfekten Passform. Um den „Traum in Weiß“ selbst nähen zu können, brauchst Du sicher ein paar Grundkenntnisse, aber einen Nähkurs musst Du dafür nicht unbedingt besuchen.
Der Schnitt ist zwar wichtig, aber ausschlaggebend ist er nicht, da Du hier entsprechende Materialien oft sogar kostenlos online bekommst. Die Stoffe sind meist luxuriös und wirken für sich. Selbst ein schlichtes Brautkleid kannst Du mit verspielten Details aufwerten. Du solltest allerdings einen sehr hochwertigen Stoff auswählen, der schon Eleganz verströmt, damit auch ein schlichter Schnitt wirkt.

Der passende Schnitt für Deinen Typ

Bevor Du einen Schnitt für Dein Brautkleid auswählst, musst Du ganz genau in den Spiegel schauen und auch ruhig mal etwas Selbstkritik üben. Am besten holst Du Dir eine Freundin dazu, denn meist kann man gleich sagen, was einem an sich selbst nicht so gut gefällt, was aber andere besonders schön finden, erkennt man nicht so leicht selbst.

Manche Bräute haben eben eine perfekte Figur und sie können eigentlich jeden Schnitt tragen. Wenn Du allerdings etwas zur Fülle neigst, solltest Du einen Schnitt wählen, der die Problemzonen perfekt überdeckt und andere Körperpartien herausstellt. Das Hochzeitskleid muss ja genau auf Deinen Typ zugeschnitten sein. Das Hochzeitskleid muss passen, nur so kann es in seiner ganzen Pracht erstrahlen.

Die richtige Nähmaschine für das selbstgenähte Brautkleid

Wie gesagt, Du brauchst keine besondere Nähmaschine, um ein Brautkleid zu schneidern. Vielleicht kannst Du Dir bei der Nachbarin auch eine Nähmaschine ausleihen?
Wenn das nicht möglich ist, dann ist vielleicht eine öffentliche Nähstube das Richtige.

In fast jeder Stadt findest Du ein Nähcafé und offene Werkstätten, wo Du die Nähmaschinen benutzen kannst, und oft auch gleich noch Hilfe bekommst.

Aber vielleicht willst Du ja doch eine Nähmaschine kaufen.

Du solltest darauf achten, eine sogenannte Overlock-Nähmaschine zu kaufen. Das Overlock dient dazu, Stoff in einem Arbeitsgang zusammenzunähen, zu versäubern und präzise abzuschneiden.

Die bekanntesten Nähmaschinenhersteller sind Bernina, Babylock, Janome, Brother, Pfaff, Juli und natürlich Singer. Eine vernünftige Overlock-Nähmaschine bekommst Du für etwa 200€.

Auch eine gebrauchte Nähmaschine kommt in Frage. Durchforste einfach die einschlägigen Kleinanzeigen-Seiten im Netz. Wenn Du eine gebrauchte Nähmaschine kaufen möchtest, dann liegen die Kosten bei etwa 80 bis 120 Euro, aber dafür bekommst Du wirklich eine ordentliche Maschine, die Du sicher immer wieder brauchen kannst.

Hochwertige Stoffe für Dein Brautkleid finden

Den richtigen Stoff für ein Brautkleid zu finden ist nicht einfach. Die Stoffläden vor Ort haben meist nur Satin oder etwas Spitze im Verkaufsprogramm. Durchforste einfach einmal das Internet, viele Shops bieten ganz besondere Stoffe für Brautkleider an. Zu den größten Portalen gehören Stoffe.de , Stoffe-Hammers und Stoffwelten.
Hier findest Du ganz außergewöhnliche Stoffe, Seiden- oder Spitzenstoffe sind in Hülle und Fülle vorhanden. Auch weich fallende Satin-Stoffe sind zu haben und sogar Tüll ist im Angebot.
Auch Chiffon ist sehr beliebt und mit grober Spitze im Boho-Style liegst Du immer richtig. Bei manchen Stoffen sind Perlen, Pailletten oder Strass gleich eingearbeitet und Borten mit Perlen kannst Du aufnähen.

Auch die Schnittmuster findest Du im Internet, ob es nun ein angesagtes Meerjungfrauen-Kleid werden soll oder ob Du ein Prinzessinnen-Kleid wünscht.
Der Klassiker unter den Brautkleidern ist natürlich die A-Linie, darin hat jede Braut eine ganz tolle Figur. Das Oberteil ist schmal geschnitten und der weit fallende Rock verdeckt Problemzonen, an Beinen, Bauch und Po.
Für ein Prinzessinnenkleid solltest Du eine schmale Taille haben und der voluminöse Rock stellt dann den Prinzessinnen-Look her.
Dieser Schnitt sieht aber nur vorteilhaft aus, wenn die Braut groß ist, kleine Bräute entscheiden sich besser für eine andere Variante. Der Empire-Stil eignet sich für jede Braut, das Kleid fällt locker nach unten und die Arme, die Schultern und das Dekolettè werden betont.

Brautkleider im Hippie-Look fallen auf, Details wie etwa Tüll oder Spitze lockern den „Traum in Weiß“ etwas auf. Ein weißes Brautkleid ist heutzutage allerdings keine Pflicht mehr, zarte Rosètöne sind sehr angesagt.

Wenn Du romantisch aussehen möchtest und eine wahre Märchenhochzeit planst, dann kommt bestimmt sehr viel Spitze zum Einsatz und der Schnitt sollte ein Prinzessinnen-Kleid darstellen.

Du kannst natürlich auch ein sehr schlichtes Brautkleid tragen, schlichte Eleganz liegt voll im Trend. Übrigens gibt es die Schnitte für Hochzeitkleider auch in großen Größen, Deine Pölsterchen werden ganz raffiniert verdeckt.

Schnittmuster bekommst Du unter anderem im Internet bei BurdaStyle, Snaply oder PattyDoo – häufig sogar kostenlos.

Selbstgenähtes Hochzeitskleid aus fließendem Stoff, an der Schneiderpuppe

Ein Hochzeitskleid selbst nähen, gar nicht so schwierig

Wenn Du in den Mode-Magazinen die Brautkleider siehst, entsteht leicht der Eindruck, dass es besonders schwer ist, ein Hochzeitskleid selbst zu nähen. Doch weit gefehlt, es ist einfacher als Du denkst. Wenn Du Dich für einen Schnitt entschieden und den richtigen Stoff gefunden hast, gehst Du genauso vor wie bei jedem anderen Kleid auch. Da Du einen edlen Stoff verarbeitest, solltest Du das Kleid erst einmal mit Heftfäden zusammennähen. Erst wenn das Brautkleid wirklich gut sitzt, kommt die Nähmaschine zum Einsatz. Suche einen kostbaren Stoff für das Brautkleid aus, allein er trägt das ganze Kleid.

In den meisten großen Gegenden ist es auch kein Problem einen Nähkurs zu finden und oft gibt es den Nähkurs sogar günstig an der Volkshochschule.

Wenn Du schon Erfahrung im Nähen hast, aber nur bei ein paar einzelnen Schritten Hilfe brauchst, ist vielleicht ein Nähcoaching das Richtige. Denn hier buchst Du quasi eine Privatstunde und kannst ganz genau Deine Fragen abarbeiten oder sogar praktisch gemeinsam mit der Nählehrerin arbeiten und die letzten Feinheiten an Deinem Brautkleid fertigstellen.

Wie viel Geld kannst Du sparen, wenn Du Dein Brautkleid selbst nähst?

Du kannst jede Menge Geld sparen, wenn Du Dein Brautkleid selbst nähst. Denn die meisten Modelle der Brautkleider sind sehr teuer. Du kannst deutlich mehr als 1.000 Euro und mehr ausgeben, aber ob es das Wert ist?
Schließlich wird das Kleid nur an einem einzigen Tag getragen. Wenn Du Stoff kaufst, dann reichen schon 100 Euro aus. Sicher musst Du etwas mehr Geld einplanen, Pailletten, Perlen und Strass kosten schließlich auch etwas Geld.
Außerdem kommt es natürlich darauf an, für welchen Stoff Du Dich entscheidest, aber in aller Regel kommt das Brautkleid höchstens auf 200 oder 300 Euro. Nähen kannst du übrigens mit einer ganz gewöhnlichen Overlock-Nähmaschine, die Du Dir leihen oder auch günstig gebraucht kaufen kannst. Du wirst sicher stolz auf das selbstgenähte Hochzeitskleid sein, Du hast ein „einmaliges“ Brautkleid, das sicher auf der Hochzeitsfeier die Hauptrolle spielt.

Du wirst den richtigen Schnitt, den passenden Stoff und die möglichen Accessoires sehr schnell finden. Am Ende steht ein Kleid, das genau Deine Maße hat und das es kein zweites Mal gibt.

Das es Unglück bringt, wenn man sein Brautkleid selbst näht, gehört aber wirklich ins Reich der Legenden. Dazu gibt es viel zu viele gute Erfahrungen mit selbstgemachten Brautkleidern.

Was das Material kostet

PostenKostenAnmerkung
Oberstoff, 4 bis 6 Meter60 bis 500 €Baumwollsatin unten, Seide oben in der Spanne
Futter20 bis 60 €bei durchscheinenden Stoffen Pflicht
Spitze, Applikationen30 bis 200 €der Posten mit der größten Spanne
Kurzwaren: Reißverschluss, Garn, Stäbchen20 bis 40 €Nadeln für Feinjersey und Microtex einrechnen
Probemodell aus günstigem Stoff20 bis 40 €spart teure Fehler am Hauptstoff
Summe150 bis 840 €gekaufte Kleider liegen im Schnitt bei 1.200 bis 2.500 €

Die Zeit ist der größere Posten: 40 bis 80 Arbeitsstunden, verteilt über Monate. Rechnet so, dass das Kleid vier Wochen vor der Hochzeit fertig ist, damit Änderungen noch möglich sind.

Häufige Fragen

Wie viel kostet es, ein Brautkleid selbst zu nähen?

Material für ein schlichtes Kleid liegt bei 100 bis 300 Euro, mit hochwertiger Seide und Spitze bei 400 bis 800 Euro. Gekaufte Kleider beginnen bei etwa 500 Euro und liegen im Schnitt zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Die Ersparnis hängt fast ganz am Stoff.

Wie lange dauert es, ein Brautkleid selbst zu nähen?

Rechne mit 40 bis 80 Arbeitsstunden, verteilt auf mehrere Monate, dazu ein Probemodell aus günstigem Stoff. Wer noch nie ein Kleid genäht hat, sollte ein halbes Jahr Vorlauf einplanen und mit einem einfachen Schnitt anfangen.

Welcher Stoff eignet sich für ein selbstgenähtes Brautkleid?

Für Anfängerinnen Baumwollsatin, Crêpe oder Musselin, weil sie nicht verrutschen. Seide, Chiffon und Tüll sehen besser aus, sind aber schwer zu führen. Kauft immer zwei Meter mehr als der Schnitt verlangt, für Probestücke und Fehler.

Welche Nähmaschine braucht man für ein Brautkleid?

Eine Haushaltsmaschine reicht, wenn sie Geradstich und Zickzack sauber näht und Feinjersey- sowie Microtex-Nadeln aufnimmt. Für Tüll und mehrlagige Säume hilft ein Obertransportfuß mehr als jede zusätzliche Stichart.

Bringt es Unglück, das eigene Brautkleid zu nähen?

Nein, das ist Aberglaube. Was tatsächlich schiefgehen kann, ist die Zeitplanung: Näht das Kleid so, dass es vier Wochen vor der Hochzeit fertig ist, damit Änderungen möglich bleiben.

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