Was kostet die standesamtliche Trauung?
Zu dieser Frage steht überall dieselbe Antwort: „ungefähr 40 bis 70 Euro". Ohne Quelle, ohne Erhebungsdatum, ohne Fallzahl. Wir haben stattdessen nachgezählt, was die Gemeinden selbst veröffentlichen. Ergebnis aus 1179 Kommunen, Stand 11. September 2026.
- 57 €
- kostet die Anmeldung der Eheschließung im Median. Mittlere Hälfte 55 € bis 65 €, Spanne 40 € bis 80 €. Median aus 418 Kommunen mit veröffentlichtem Satz
- 150 €
- nennt eine Gemeinde im Median für den Trauort selbst, also Trauungsgebühr, Nutzungsentgelt oder Raummiete. Mittlere Hälfte 100 € bis 260 €. Median aus 1413 Trauorten mit veröffentlichtem Betrag
- 30 Plätze
- hat ein Trauort im Median. Mittlere Hälfte 20 bis 40, kleinster 2, größter 809. Median aus 857 Trauorten mit veröffentlichter Platzzahl
- 598 von 1179
- Kommunen veröffentlichen überhaupt einen Betrag. Die übrigen 581 nennen keine Zahl, weder in der Satzung noch auf der Standesamtsseite. Eigene Auszählung aller Ortsseiten, 11. September 2026
Was kostet die standesamtliche Trauung in eurem Ort?
Ort eingeben, Gästezahl schieben. Der Rechner nimmt die Beträge, die eure Gemeinde selbst veröffentlicht, holt den Rest aus der Gebührenordnung des Landes und zeigt nur die Trauorte, in die eure Gesellschaft passt.
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Was kostet die standesamtliche Trauung je Bundesland?
Nur Länder mit mindestens fünf ausgewerteten Gebührensätzen. Der Median steht dort, wo die Hälfte der Gemeinden darunter und die Hälfte darüber liegt.
| Bundesland | Anmeldung, Median | Spanne Anmeldung | Trauort, Median | Plätze, Median | Ausgewertet |
|---|---|---|---|---|---|
| Mecklenburg-Vorpommern | 80 € | 65 € bis 80 € | 250 € | 35 | 17 Gemeinden |
| Sachsen-Anhalt | 80 € | 40 € bis 80 € | 150 € | 25 | 52 Gemeinden |
| Niedersachsen | 75 € | 40 € bis 75 € | 200 € | 24 | 21 Gemeinden |
| Baden-Württemberg | 65 € | 40 € bis 65 € | 155 € | 33 | 32 Gemeinden |
| Brandenburg | 64 € | 40 € bis 64 € | 144 € | 35 | 39 Gemeinden |
| Sachsen | 60 € | 40 € bis 60 € | 128 € | 30 | 29 Gemeinden |
| Schleswig-Holstein | 60 € | 50 € bis 80 € | 240 € | 22 | 28 Gemeinden |
| Rheinland-Pfalz | 57 € | 48 € bis 60 € | 120 € | 30 | 18 Gemeinden |
| Bayern | 55 € | landesweit gleich | 160 € | 35 | 76 Gemeinden |
| Saarland | 55 € | 44 € bis 55 € | 100 € | 25 | 39 Gemeinden |
| Thüringen | 50 € | 40 € bis 70 € | 150 € | 31 | 6 Gemeinden |
| Hessen | 47 € | 40 € bis 80 € | 120 € | 30 | 18 Gemeinden |
| Nordrhein-Westfalen | 42 € | 40 € bis 80 € | 171 € | 30 | 40 Gemeinden |
Jede Zeile stützt sich auf die Gebührensätze der einzelnen Gemeinden. Welche das sind und woher der Betrag stammt, steht auf der jeweiligen Ortsseite. Länder mit weniger als fünf ausgewerteten Sätzen stehen nicht in der Tabelle, weil ein Median aus drei Werten keiner ist.
Wie sind diese Zahlen zu lesen?
Warum der Median und nicht der Durchschnitt?
Ein einziges Schloss mit vierstelliger Raummiete zieht jeden Durchschnitt nach oben, obwohl es für die allermeisten Paare keine Rolle spielt. Der Median bleibt davon unberührt: er ist der Wert in der Mitte. Deshalb steht neben ihm die mittlere Hälfte, also der Bereich, in dem die Hälfte aller Gemeinden liegt. Wer wissen will, wie weit es nach oben gehen kann, findet das Maximum daneben.
Was genau steckt im Betrag für den Trauort?
Das hängt von der Gemeinde ab, und das ist ehrlich gesagt der schwächste Punkt der Auswertung. Manche Kommunen weisen eine Trauungsgebühr aus, manche ein Nutzungsentgelt für den Raum, manche eine Raummiete, die an einen externen Betreiber geht. Alle drei landen in derselben Spalte, weil sie für das Paar dasselbe sind: der Betrag, den der gewählte Trauort zusätzlich kostet. Wer den genauen Aufbau braucht, findet ihn auf der Ortsseite, dort steht der Satz der Gemeinde im Wortlaut.
Warum fehlen so viele Gemeinden?
Von 1179 ausgewerteten Kommunen veröffentlichen nur 598 einen Betrag. Die übrigen nennen weder in der Gebührensatzung noch auf der Standesamtsseite eine Zahl und verweisen auf Nachfrage. Wir tragen für sie nichts ein und schätzen auch nichts. Wo auf einer Ortsseite „nicht veröffentlicht" steht, heißt das genau das.
Wie aktuell sind die Beträge?
Jede Ortsseite trägt ein eigenes Prüfdatum. Diese Auswertung ist am 11. September 2026 aus dem Bestand gezogen worden. Gebührensatzungen ändern sich meist zum Jahreswechsel; wenn Ihr kurz vor der Anmeldung steht, ruft beim Standesamt an, bevor Ihr mit einer Zahl von hier plant.
Welche Gebühren schreibt das Land vor?
Zwei Posten weist fast keine Gemeinde aus: der Zuschlag für den Samstagstermin und die Gebühr, wenn ein anderes Standesamt traut. Beide stehen in der Gebührenordnung des Landes. Diese Sätze haben wir dort nachgeschlagen.
Baden-Württemberg
Verordnung des Innenministeriums zur Durchführung des Personenstandsgesetzes (PStG-DVO), Anlage 1 Gebührenverzeichnis. Nachgesehen bei Gemeinde Nufringen, Gebührenverzeichnis Standesamt nach der Landesgebührenordnung, geprüft am 11. September 2026.
Nordrhein-Westfalen
Nach § 2 Abs. 3 des Gebührengesetzes NRW dürfen Gemeinden per Satzung eigene, abweichende Sätze festlegen. Jüchen verlangt 55 € für die Anmeldung, Münster 72 €. Der Landessatz ist deshalb eine Untergrenze, kein fester Preis.
Allgemeine Verwaltungsgebührenordnung NRW (AVwGebO NRW) vom 8. August 2023, Tarifstelle 5b. Nachgesehen bei Stadt Jüchen, Gebührensatzung Personenstandswesen vom 10. Oktober 2024, mit der Landesnorm im Vorspann, geprüft am 11. September 2026.
Sachsen-Anhalt
Allgemeine Gebührenordnung des Landes Sachsen-Anhalt (AllGO LSA) vom 10. Oktober 2020. Nachgesehen bei Landeshauptstadt Magdeburg, Gebühren im Standesamt, geprüft am 11. September 2026.
Brandenburg
Gebührenordnung des Ministeriums des Innern und für Kommunales Brandenburg (GebOMIK), Tarifstelle 12.2. Nachgesehen bei Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und Stadt Altlandsberg, die dieselben Sätze im Wortlaut ausweisen, sowie das Verwaltungsportal des Landes Brandenburg, geprüft am 11. September 2026.
Niedersachsen
Allgemeine Gebührenordnung Niedersachsen (AllGO), Kostentarif Anlage 1, Nummer 105.1 Personenstandswesen. Nachgesehen bei Niedersächsisches Finanzministerium, Allgemeine Gebührenordnung im Volltext, geprüft am 11. September 2026.
Sachsen
Die Nutzungsentgelte für besondere Trauorte setzen die Städte selbst. Zwickau verlangt für Jakobskapelle und Bürgersaal ab 165 € zusätzlich.
Sächsisches Verwaltungskostengesetz in Verbindung mit dem Zehnten Sächsischen Kostenverzeichnis (10. SächsKVZ), Anlage 1 Nummer 75, in Kraft seit 1. Oktober 2021. Nachgesehen bei Stadt Zwickau, Gebührenübersicht Eheschließung; die Sätze decken sich mit der Auskunft des Standesamts Marienberg an die Redaktion, geprüft am 11. September 2026.
Hessen
Einzelne hessische Kommunen haben eigene Gebührensatzungen mit abweichenden Sätzen, etwa Neu-Isenburg. Die hier genannten Beträge sind der Rahmen der Landesverordnung.
Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport, Gebührenverzeichnis Personenstandswesen. Nachgesehen bei Stadt Borken (Hessen), Gebührenübersicht des Standesamts, geprüft am 11. September 2026.
Für die übrigen Länder tragen wir die Sätze gerade zusammen. Bis dahin weist der Rechner diese Posten dort als nicht bezifferbar aus, statt einen Betrag aus einem anderen Land zu übernehmen.
Häufige Fragen zu den Gebühren der standesamtlichen Trauung
Was kostet eine standesamtliche Trauung in Deutschland im Durchschnitt?
Die Anmeldung der Eheschließung kostet im Mittel 57 €. Das ist der Median aus 418 Kommunen, die ihren Satz selbst veröffentlichen. Die Hälfte aller Gemeinden liegt zwischen 55 € und 65 €, die gesamte Spanne reicht von 40 € bis 80 €. Dazu kommt bei einem Trauort außerhalb des Amtssitzes ein zweiter Betrag: Median 150 €, mittlere Hälfte 100 € bis 260 €. Stand 11. September 2026.
In welchem Bundesland ist die standesamtliche Trauung am teuersten?
Nach dieser Auswertung liegt Mecklenburg-Vorpommern bei der Anmeldung vorn: Median 80 € aus 17 Kommunen. Am günstigsten ist Nordrhein-Westfalen mit 42 € aus 40 Kommunen. Der Abstand beträgt 38 €. Entscheidend ist trotzdem die einzelne Gemeinde, nicht das Land: innerhalb eines Landes liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Kommune oft mehr Euro als zwischen zwei Ländern.
Warum kostet die Trauung in der Nachbarstadt mehr als bei uns?
Seit dem Personenstandsrechtsreformgesetz legen die Länder ihre Verwaltungskostenordnung selbst fest, und innerhalb dieser Ordnung setzen die Kommunen ihre Sätze für Trauorte, Samstagstermine und Nutzungsentgelte eigenständig an. Die Anmeldegebühr ist deshalb in manchen Ländern landesweit gleich, das Entgelt für Schloss, Leuchtturm oder Museum dagegen fast nie.
Zahlt man die Gebühr am Wohnort oder am Ort der Trauung?
Angemeldet wird beim Standesamt des Wohnsitzes, dort fällt die Anmeldegebühr an. Wer woanders heiratet, zahlt zusätzlich eine Gebühr für die Weiterleitung an das trauende Standesamt und dort die Trauungsgebühr samt Nutzungsentgelt des Raums. Wie hoch die Weiterleitung ist, weisen die wenigsten Kommunen aus; frag beim Wohnsitzstandesamt nach, bevor du planst.
Wie viele Gäste passen in ein Trauzimmer?
Aus 857 Trauorten mit veröffentlichter Platzzahl ergibt sich ein Median von 30 Plätzen. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 20 und 40 Plätzen. Nach oben geht es bis 809, nach unten bis 2. Ein klassisches Trauzimmer im Rathaus fasst also rund 30 Menschen, alles darüber braucht einen anderen Raum.
Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?
Jeder Betrag steht auf einer unserer 1179 Ortsseiten mit Quelle und Prüfdatum, und dort wiederum stammt er von der Gemeinde selbst: aus Gebührensatzung, Standesamtsseite oder schriftlicher Auskunft. Geschätzt wird nichts. Von 1179 Kommunen veröffentlichen 598 überhaupt Beträge, der Rest schweigt. Genau diese Lücke ist der Grund, warum Zahlen zum Thema sonst als Spanne ohne Quelle stehen.